Haus Wildenrath
Naturlehrpfad - Die Feuchtwiese

Die Feuchtwiese ist ein weiterer ganz besonderer Lebensraum, der sich durch seine sehr hohe Feuchtigkeit auszeichnet. Sie bietet einer Vielzahl von Pflanzen und Tieren einen einzigartigen Lebensraum. Einige Arten sind auf diese speziellen Bedingungen angewiesen und kommen nur hier vor.
So wachsen auf der Feuchtwiese Kuckuckslichtnelke, Waldengelwurz, Waldsimse, Schnabelsegge, Sumpfsegge, Gilbweiderich und Wolfstrapp, um nur einige zu nennen.
Die Feuchtwiese verändert im Laufe des Jahreszyklus ihr Aussehen. Im Frühjahr wachsen und blühen zunächst die krautigen Pflanzen, wie beispielsweise der Knöterich, der Hahnenfuß und das Wiesenschaumkraut. Der Blutweiderich ist im Sommer nicht zu übersehen. Später im Jahr kommen die Gräser stärker auf, immer dabei ist die Binse.
In diesem dichten und hohen Bewuchs entwickelt sich ein lebhaftes Leben mit Kleinsäugern, Fröschen und Insekten. Vögel finden hier ein reichhaltiges Nahrungsangebot.
Die auf Feuchtwiesen wachsenden Pflanzen besitzen keinen hohen Futterwert. Sie sind in der Regel stark faserig und zum Teil verholzend. Das Mahdgut wurde lediglich als Einstreu für das Vieh im Stall genutzt. Da diese Nutzung hinfällig geworden ist und die Temperaturen stetig steigen, sind Feuchtwiesen zu einem extrem seltenen Lebensraum geworden. Um diese Feuchtwiese zu erhalten, wird sie am Ende der Vegetationsperiode im späten Herbst gemäht, um das Aufkommen von Bäumen und Sträuchern zu verhindern. Das Mahdgut wird abtransportiert, damit die Wiese nicht zu nährstoffreich wird.
Einen besonderen Wert erhält die Feuchtwiese durch die engmaschige Vernetzung mit dem Erlenbruch, dem Niedermoor, den Fließgewässern und den Teichen. Dieses Verbundsystem aus kleinflächigen unterschiedlichen Biotopen fördert die Artenvielfalt und ermöglicht den Austausch zwischen den Lebensräumen.